15 Jahre Wortlaterne!
15 Jahre neben der Spur. Denn: auch abseits der breiten Straßen gibt es Wege.
Und: „neben der Spur“ ist auch ein Stilmittel, das Spannung erzeugen kann. Genau das ist mein Leitbild.

o.: Imagefoto "Neben der Spur"

 

o.: Wortlaterne Blogspot

 

„Kurs 1-8-4“. So beginnt „Der Navigator“.
Auf in schwarze Wolken, über dunkles Meer – mit dem festen Entschluss festen Boden zu erreichen … Das war das vage Programm, meine literarische Ausrichtung damals.

2004 ging die Wortlaterne zum ersten Mal online. Als Teilseite von Beta-Pi, der Domain meines Kumpels B. Es sollte ein langer Weg werden, der 3-4 Hosts verschlissen hatte. Das Netz war in ständiger Veränderung – und ich mit ihm.

Circa 2008 zog die Wortlaterne um zu flosenart, bekam ein Layout verpasst.
Auf Myspace konnte ich parallel basteln, bis zu deren Untergang (bzw.: Übernahme) …
Ab 2011 hatte ich alles auf Blogspot. Und ab 2012 gab es dort erste Reiseberichte – die schon bald beliebter wurden als „das Geschreibsel“.

Der Vorteil eines Blogs ist, dass man einfach drauflos macht. Der Nachteil: danach kommen die Bemühungen, ein wenig Struktur reinzubringen … Auf Dauer war das keine Lösung … (Und Blogspot wurde übernommen).

2015 wurde eine neue Plattform notwendig.
Der Wind auf den Azoren hat mir alles Notwendige zugetragen. Eine Homepage musste es sein, die nach wie vor „Wortlaterne“ heißt.
Homepage heißt: erst die Struktur, dann die Inhalte (genau andersherum zum Blog).
Im Mittelpunkt stehen Reisen, die Welt, und Kunst. Es geht mehr um das Werk, und um die Einladung, die Welt selbst zu entdecken. Weniger um mich. Das widerspricht allen Marketing-Handbuch-Weisheiten – dafür bleibe ich ehrlich.
Eingepackt in ein neues und einheitliches CI (das auch die meisten eBooks umfasst).
Nicht weniger als ein komplettes „Re-Branding“ war das Ergebnis.

Das literarische Programm hat sich etwas gewandelt, im Lauf der vielen Jahre. Doch die Ur-Idee lebt fort: abseits der breiten Wege gibt es viel zu entdecken.
Vieles wirkt ein wenig neben der Spur. Das ist mein Stil – und oft genug erfordert es einen Kunstgriff, um das aufrecht zu erhalten.

Wie fast immer bei solchen Anlässen, bastle ich eine Collage, mit Bildern aus den letzten 15 Jahren. Ich meine: den ersten 15 Jahren Wortlaterne.

„Kurs 1-8-4“. Die Reise geht weiter.

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Ein paar Highlights, Mitstreiter und Anekdoten aus dieser Zeit

Galerie Kunstvoll
Die Fabrik wurde abgerissen, zum Neubau teurer Wohnungen. Das Pförtnerhäuschen überlebte. Wurde ab Ende 2009 für Kunst zwischengenutzt.

Knapp 4 Jahre lang war der transparente, kleine Bau, mit wechselnden Ausstellungen vollgepackt – Hingucker und Anlaufstelle in HöSi.


2012
Eigentlich wollte ich nur … So beginnen die besten Geschichten.
Gemütlich eine Lesung besuchen. Wurde aber als Mitglied der Autorengruppe Punktum enttarnt und „angeworben“.

Am 15. Juni 2012 traten wir mit der RoofBand auf – Literatur zu begleitender Jazzmusik. Es war ein voller Erfolg für alle. Und mit 20 Zuhörern war die Hütte voll.

 

Mariellage
Die bekannte argentinische Kuratorin beehrte die Galerie mit insg. 6 Ausstellungen.

Gemischtes Doppel
Bilder argentinischer Künstler, Visual mit argent. Literatur. 3 deutsche Sprachkünstler, einer davon ich. Mein Beitrag wird ins Spanische übersetzt.
Eine Live-Schaltung nach Patagonien, um einen weiteren Beitrag zu hören.
Raum und Zeit verschwimmen.
„inter-poesie“ und „contemporary art“ nennt sich das.
Spätestens ab jetzt bin ich ein Künstler. (Die Broschüre adelt mich offiziell dazu).
HöSi an den Rest der Welt: wir alle sind Künstler.


Erotische Verstrickungen
Wie ein alter Lüstling stehe ich bei Dunkelheit vor dem Schaufenster, glotze rein. Rote Damenunterwäsche hängt an roten Wollfäden. Wenn mich jetzt jemand sieht – auf seinem Heimweg von der S-Bahn, an diesem dunklen Dezemberabend …
Dann würde er dazwischen Texte von Punktum-Autoren entdecken. Und einen elektronischen Bilderrahmen, der unsere Texte abspielt, begleitet von meinen Fotos. Es ist ein neuer Streich von Karina und Mariellage, für die Winterpause der Galerie Kunstvoll.
    Doch so lange ich auch warte, glotze und Fotos mache – niemand kommt vorbei.


RuhrTour 2012
Netzkritzler, Anthologiebeitrag die Dreizehnte o.ä. Neugierig nahm ich die Chance an (das war 2011), meinen Beitrag live zu präsentieren. Die Folge: eine Einladung zur Lesung im Doppelpack, mit 4 wackeren Mitstreitern (Harry M. Liedtke, Inga Hetten, Armin Rudziok, Dirk Juschkat), in Gladbeck und in Mülheim a.d. Ruhr.

Meine erste Lesereise!

Ich bin ja immer furchtbar aufgeregt bei so etwas. Bekam aber ernstgemeintes Lob für meinen Part. Na also: ich kann es. Bin aber nicht so scharf darauf … Und habe glatt 1 Exemplar von „Energiespender“ verkauft!
Mein Eindruck wird sich in den folgenden Jahren vertiefen: auf Lesungen werden (fast) keine Bücher verkauft. Nicht vom Nachwuchs. So viel kann ich gar nicht reisen und vorlesen, dass es sich irgendwann von selbst trägt …

Für mich war es dennoch eine schöne Fahrt. Ich war unter netten Menschen. Und habe mir ein Touristikprogramm dazugepackt.
Vielen Dank NRW für die freundliche Aufnahme

ganz unten: im Artelier Rudziok, Mülheim a.d. Ruhr

 

 

 

Leserei mit Geige

Yvonne Powell organisiert Musik, sie selbst spielt Geige, Jana begleitet sie am Klavier.
Sybille Anger suchte die Autoren aus. Ich war darunter.
Nun ist ja auftreten nicht so meins. Ich hatte mich konzentriert und überwunden, wie immer. Damit hätte ich es überstanden, freute ich mich schon. Aber nein: sie wollten mehr, waren begeistert von meinem Auftritt. Tja, so kann’s gehen …

Der erste Auftritt im Oktober 2016, La Cantina, München, Elisabethstr.:

 

Im Januar 2017 gab es einen weiteren Auftritt mit mir.
Danach noch 2 Auftritte, ohne mich, den letzten an einem anderen Veranstaltungsort.
Verändernde Lebensumstände zwangen einige der Teilnehmer zu anderen Schwerpunkten (Abendstudium, Pflege, Umzug, …), so dass sich diese Veranstaltungsreihe in eine Pause nicht einschätzbarer Länge verabschiedet …

Unter uns: Bücher werden dabei fast nicht verkauft.
Die meisten Besucher betrachten das als Unterhaltung, freuen sich über einen schönen Abend. Wer daran verdienen will, vermietet den Raum, oder verkauft die Getränke. Oder beides.

 


Kurs 1-8-4, die Reise geht weiter.
Mein ganz persönliche Kurs (derzeit): neben dem breiten Weg gibt es immer noch ganz viele unscheinbare Wege.
Ich mache auch weiterhin „Kunst“. Texte, die Bilder vermitteln und Situationen aufzeigen, Strickmuster offenlegen, aus Beobachtungen und Ideen entstehen.
Dabei bin ich unabhängig, unterliege keiner Marktanalyse. Es ist oft anstrengend, macht mir viel Spaß, und bleibt spannend. 

Kurs 1-8-4, die Reise geht weiter.