TIEF IN BAYERN

eine Blog-Collage

 

Kuriositäten und Entdeckungen / kleine Erkenntnisse, abseits der breiten Wege.

(deshalb heißt es auch "tief in ...", nicht "best of")

 

Letzter Upload:  03.03.2018

 

 

 

Südliches Oberbayern:

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Skifahren  ("Ich höre Stimmen")
Brauneck-Bergbahn, bei Lenggries, im Winter 2012/2013. An einem sonnigen Tag mit viel Schnee („Kaiserwetter“)

„Hoit!“, ruft die Stimme aus dem Lautsprecher. Ich halte inne, sehe mich um, bin der Einzige am Skilift. „Hinter dir bin i. Im Schnee!“
Kein Mensch ist zu sehen. Verlegen winke ich zum leeren Häuschen am Lift, gehe durch die Schranke, nehme mir einen Bügel, fahre den Berg hoch und schmunzle über diesen Scherz.
Noch zwei Mal fahre ich diesen Lift, höre aber keine Stimmen mehr – bin auch nichtmehr  der Einzige am Lift.

 

 

Einschub Skifahren:

Am Alpenrand werden die Kinder auf die Skier gestellt und lernen fahren. So auch ich.

Bis heute fahre ich ohne Helm, fast nie mit Skibrille, in alten Klamotten.

 

Anekdote:

Vor vielen Jahren bin ich mit meinem Kumpel B. nach Österreich zum Skifahren. Wir waren mit Abstand die schlechtestgekleideten Fahrer, mit eher alter Ausrüstung.

Bei der trad. Talfahrt -von ganz oben, ohne anhalten, runter zum Parkplatz- (ca. 10-15 Min.), haben wir jeden, aber wirklich jeden überholt. So schnell wie wir war keiner unterwegs ...

Das ist der Punk.

 

 

Mein Weg zum Skigebiet führt am Kloster Reutberg (bei Sachsenkam) vorbei – wo mein Bier herkommt.

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Kloster Reutberg

1618 als Nonnenkloster gegründet, 1677 durch einen Frater verstärkt, der sich dem Bierbrauen annahm, um das Kloster mit Bier zu versorgen.
1786 erhielten arme Leute einen Trunk – statt teurem Wein bekamen sie den Haustrunk – was zu einem großen Andrang, auch von weither Gereisten, führte. Beschwerden über rege Brautätigkeit und Ausschank von früh bis spät halten sich über die Jahrhunderte, hauptsächlich von Wirten und Brauern aus der Umgebung, von Missbrauch der Konzession war die Rede.
Das hält die Reutberger nicht davon ab lustig weiterzubrauen und den Betrieb auszubauen.
Erst der Erste Weltkrieg mit seinen Folgen setzt dem Betrieb ein vorläufiges Ende, Spezialisten fehlen, die Brauerei schließt 1924 für 8 Monate.
Auf Initiative von Pfarrer Daisenberger wurde 1924 eine Genossenschaft gegründet, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Der Höhepunkt war in den 1960er Jahren; die drohende Auflösung 1987 konnte verhindert werden.

Bis heute gibt es das Bier zu kaufen (z.B. in Getränkemärkten in und um München). Die Etiketten sind schon lange nicht mehr zeitgemäß. In Bayern finde ich mit Abstand die hässlichsten Etiketten – die aber oft das beste Bier begleiten. In Amerika würde man es als Spezialität aus regionalen Zutaten verkaufen, das nur im jeweiligen Bundesstaat verkauft wird, in umweltfreundlichen Mehrwegflaschen, und die Seele des Staates verkörpert ... In Bayern ist das selbstverständlich und keine Erwähnung wert.
Michael Jackson schreibt über Deutschland in seinem Buch „Biere der Welt“: „Bis in die 90er-Jahre hinein war der deutsche Biermarkt mit seinen etwa 1300 Brauereien, von denen längst nicht alle rentabel arbeiteten, für internationale Investoren alles andere als attraktiv. Viele Brauer vertraten die Ansicht, dass das Biergeschäft in Deutschland eben anderen Gesetzen folge als anderswo.“
    Das Kloster Reutberg folgt anderen Gesetzen und lebt diese Tradition. Das dunkle Bier von dort ist das beste Dunkle das ich kenne. Sollte „der Markt“ mit seiner Logik es „bereinigen“, würde mir echt etwas fehlen ...
    Anarschisch und eigenen Gesetzen folgend – das halte ich für unterstützenswert. Die Klosterbrauerei hat seit 340 Jahren ihre Unterstützer gefunden.

Kostprobe? Na, direkt auf der Terrasse des Klosterstüberls, vor Ort, mit Blick auf die Berge.

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Bald Anders: in der Bayrischen-Oberland-Bahn
06. Dezember, im BOB von Rosenheim nach München, 06:17 Uhr

Nach einer Erzählung von Mirela Manolache
https://mirelamanolachegallery.wordpress.com/

Nikolaustag. Ein Mann mit Rauschebart und einer Schachtel im Gepäck steigt ein. Er sieht mehr nach einem Obdachlosen mit seinen Habseligkeiten aus, denn nach Nikolaus mit Geschenken. Der Zug fährt los, die neuen Fahrgäste setzen sich, Ruhe kehrt ein.
Er schlendert durch die Reihen und beginnt laut zu reden. „Ihr seid irgendwie nicht gut drauf heute.“ Ein paar der Fahrgäste schauen ihn verwundert an, die meisten versuchen ihn nicht zu beachten.
„Du schaust gut aus“, meint er zu einer Frau. „Du bist bestimmt 60. Oder wie alt bist du?“
„Ja, 60“, erwidert sie verblüfft.
„Des hob I im Blick. I bin 59“, murmelt er und zieht weiter.
Ein junger Mann vor Mirela liest ein Buch, ihn spricht er an. „Was liest‘n da? Ah, des is nix! Kannst ruhig Dante Alighieri lesen, La Divina Commedia.“
Mirela öffnet ihre Augen, um zu sehen was vor sich geht. „Du kannst weiterschlafen“, meint er zu ihr nur.
Das ältere Ehepaar daneben wird seine nächste Station. „Du muasst di fühlen wia a König“, sagt er anerkennend zum Mann. „Deine Frau schaut aus wie eine Königin.“ Der Mann kann sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Die Schaffnerin kommt ins Abteil, will alle Fahrkarten sehen. Er hat kein Ticket und möchte eins kaufen.
„Wo steigen Sie denn aus?“, fragt sie.
„Des is eigentlich wurscht für mi.“
„Wo denn nun?“
„Ostbahnhof.“
Sie möchte 14 Euro von ihm, er hat aber nur zwei. Eilig wühlt der „König“ in seinem Geldbeutel, steckt ihm ein paar Münzen zu. Der Buchleser tut es ihm gleich, immer mehr Leute geben Geld, so bekommt er sein Ticket.
Vielleicht hat er ihren Tag aufgehellt. Vielleicht mögen sie ihn.

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Getroffen
08. Dezember, 07:42, im Erdinger Moos, zwischen Eicherloh und Fischerhäuser

Um dem unvermeidbaren Dezember-Morgen-Stau auf der A99 zu entgehen, umfahre ich ihn weiträumig, durchs Erdinger Moos, habe meinen Fotoapparat dabei, für alle Fälle.
Ein Mal steige ich ohne ihn aus, nur um mich zu strecken und die Luft einzusaugen. 20 Meter weiter parkt ein Kleinwagen, der Fahrer kommt zurück. Er trägt eine schwarze Jogginghose, Strümpfe oben darüber, eine schwarze Mütze, Trainingsjacke. In seiner Rechten trägt er ein Gewehr, über die linke Schulter ein erlegtes Reh.

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                                                                                                                  NEU  (05.08.2017)

Siegertsbrunner Leahats
(„Leonhards“, Leonhardifest), Juli 2017
Höhenkirchen-Siegertsbrunn
(aka HöSi, ich sage: HöSiBorg)

 

Leonhardi ist d-a-s Fest des Jahres. Teilweise ging der Festbetrieb, mit Live-Musik, schon donnerstags los (ganz brav, mit Bluesrock), ab Freitag Abend ist fast durchgehend Action.
Im Bierzelt rockt eine Band bis in die Nacht, ab 5 Uhr bimmeln die Glocken für die Wallfahrer.

Leonhardifahrten gehören in Altbayern zum Brauchtum. St. Leonhard ist Schutzpatron der Pferde, somit der ganzen ländlichen Bevölkerung.
Sonntag um 10:00 stehen alle bereit, die Straßen sind gesperrt, Nebenstraßen zugeparkt, nichts geht mehr. Pferde und Kutschen stehen bereit für die dreimalige Umfahung der Leonhardikirche.
Bis in die Ortsmitte greift der Kreis den sie fahren, um alle Gefährte unterzubringen. Kindergärten, Kirchen, Burschenvereine und die Brauerei aus dem Nachbarort – jede wichtige Gruppe hat eine geschmückte Kutsche.
Die Burschen haben schon Bierflaschen in der Hand, der Vorrat ist unter den Bänken an Bord. Blasmusik auf den Kapellenwagen, Stimmung, winkende Kinder, es geht entspannt zu.
Durch eine geöffnete Luke an beiden Kirchen-Modellen sehen wir, warum die Minikirche bimmelt: je ein Kind sitzt darin und läutet die Glocken.
In einem der Kindergartenwägen, zwischen all den Trachtenkindern, sitzt ein Junge mit indischem Gesicht, in Hemd, Samtsakko und Fliege.
Auf dem Kirchturm schaut ein Bursche, natürlich in Tracht, aus der Glockenöffnung. Ist er aus Übermut hochgeklettert? Und wundert sich wie er wieder herunterkommt? Er winkt Bekannten zu, schaut von oben herunter.

Neben jeder Kutsche läuft einer her, lässt die Pferde nicht aus den Augen, um bei Komplikationen gleich einzuspringen. Ohne Bier geht auch bei ihnen nicht viel.

Gegen elf endet der Festzug, erst jetzt öffnen Festzelt, Wurstbuden und Ausschank. Bier gibt es nur in Maßkrügen, es ist ja ein Fest.
(Maß = 1 Liter. Spricht sich „Mass“, wie in Fass oder fass!, nicht wie in Bemaßung.
Eine 0,5L-Flasche ist eine halbe Maß, also: „eine Halbe“ - so wird sie hier genannt).

Bier gehört zum guten Ton, ist das flüssige Brot.
(Schnaps sucht man i.d.R. vergeblich. Er ist stark, brutal, etwas um sich vorsätzlich abzuschießen - und da hören Spaß und Gemütlichkeit auf ...)

 

 

Bilder retuschiert, Personen anonymisiert, zum Persönlichkeitsschutz.

 

 

Montag nach Leonhardi
auf dem Edeka-Parkplatz

Meine Frau hat das Fenster des Autos offen, wir fahren im Schritttempo. 3 Osteuropäer sind im Gespräch, blödeln. Einer von ihnen streckt ihr seine Hand hin, gibt ihr „High Five“ im Vorbeifahren, zur allg. Heiterkeit.

In der Woche nach dem Fest beginnt die Ernte auf den Feldern, Heu und Gerste.
Ich verstehe Leonhardi im Sommer somit als „Erntebitte“.
Die meisten Leonhardifeste finden nämlich im Herbst statt, um den 6. November statt (Tag des Hl. Leonhard), somit eher als „Erntedank“.

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                                                                                                                    NEU (05.08.2017)

Fahrt ins Blaue: Warngau, Spitzingsee, Winklstüberl

Juli 2017

An einem der sommerlichen Stauwochenenden machen wir einen Ausflug in die Berge. Auf sämtlichen Schleichwegen kommen wir nach Warngau.

Osterwarngau: im Kirchhof von St. Georg stehen eiserne Grabkreuze, mit dem eisernen Kreuz, Jahreszahl und Namen des Gefallenen (hatte ich so nirgends sonst gesehen). 
Das Innere der Kirche wurde barockisiert. Auffallend (für mich) ist der Anbau eines halben Gebäudes an die Seite der Kirche (als Sakristei?).


Oberwarngau: vor dem Gasthof zur Post sitzen Einheimische in Tracht beim Bier.
Bei „Il Gelato“ gibt es lecker Eis von echten Italienern, z.B. „Holunderblüte“ (als „bayerische Eissorte“?), alles sehr lecker und gemütlich.

Warngau gilt als abgelegen und ursprünglich erhalten, ist deshalb beliebt bei Ausflüglern. Tatsächlich streiften den Ort nur wenige historische Großereignisse.
Im Dreißigjährigen Krieg beispielsweise wurde der Ort in Mitleidenschaft gezogen. Bezeichnenderweise nicht von den eindringenden schwedischen Truppen, die München erobert hatten – sondern von spanischen, unter Herzog Feria, die das katholische Lager unterstützen sollten, allerdings verroht waren, plünderten und die Bevölkerung misshandelten.

Die Wallfahrtskirche Allerheiligen steht außerhalb, etwa 1 km südlich von Warngau. Auch hier ist ein halbes Haus angebaut (was ich so nirgends sonst gesehen hatte).

Allerheiligen

 

Wall (genauer gesagt: Stadt Miesbach, OT Müller am Baum): im Tal der Mangfall steht eine große und verlassene Papierfabrik (1997 stillgelegt). Bis heute dominiert sie den Ort, die weitere Nutzung steht noch nicht fest.

 

Am Schliersee und am Spitzingsee ist uns der Rummel zu arg. Wir fahren zum Wolfsee und wollen nach Birkenstein wandern, einer Wallfahrtskirche in einem Ortsteil von Fischbachau. An der Wolfseehalle starten wir, spazieren an einem Bächlein entlang. In Birkenstein kommen wir nie an. Dafür haben wir, was wir gesucht hatten: eine nette kleine Wanderung im Grünen, am Wasser, ohne Touristenrummel.

l.o.: Historismus-Ruine o.ä. am Wolfsee.

Zum Wolfsee bin ich als Kind ein paar Mal gefahren, und fand es immer irgendwie unheimlich. Diese künstliche Ruine macht es nicht besser ...


Das nahe Winklstüberl braucht eigentlich keine Erklärung. Seit 50 Jahren backen die Betreiber täglich frische Kuchen, Torten, Schmalzgebäcke uvm. Aus ganz Deutschland parken hier Autos.
Die Räume sind rustikal-gemütlich eingerichtet, beinhalten eine beeindruckende Sammlung alter Kaffeemühlen, die sich durch alle Räume zieht.
Beim Thekenverkauf („Take-away“) schneidet die junge Konditorin im Akkord die Stücke, eine zweite verpackt und kassiert. Die erste Frage: wieviele Stücke werden es bei Ihnen? Zeit für einen Plausch bleibt ihnen nicht.

Durch das Leitzachtal geht es kurvig runter, ein paar alte Mühlen sind heute Gaststätten, und bei Kreuzstraße wieder hoch. Die Strecke ist bei Bikern sehr beliegt.

In einem Supermarkt in Miesbach endet unsere kleine Tour. Die Kassiererin wirkt sehr südländisch. Gegen einen Migrationshintergrund spricht allerdings ihr Dialekt - tiefstes bayrisch. Vielleicht hat sie Einflüsse der alten Römer geerbt, die in der Antike hier waren? Oder gar Einflüsse der spanischen Truppen von Herzog Feria?

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                                                          Finsinger Weiher, Erdinger Moos, im Sommer  (NEU 09.08.2017)

 

Erster August: drückende Hitze liegt tagelang auf dem Land, Um 8:00 Früh schwimmen die ersten Rentner im See.

 

Siebter August: nach ein paar Regentagen wärmt sich das Land wieder auf. Dampf wabert auf dem Wasser,

Auf dem Parkplatz turnt einer neben seinem Auto, führt kleinere Reparaturen durch. Das Autoradio läuft laut, "Africa", von Rose Laurens, schallt es über den See – ich fühle mich fast wie dort.

 

An der Goldach, einem Kanal zur Entwässerung des Mooses, in etwa dort, wo im Winter der Rehbock gejagt wurde, liegt ein Stück Kieferknochen auf dem Kies.

 

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06.12.2017                                                                                                                   NEU

 

LAUSER WEIHER

(bei Feldkirchen-Westerham, Lkr. Rosenheim)

 

 

Ein milder Tag im Spätsommer. Zwei Kinder stochern mit einem Stock im klaren Wasser, wollen einen Krebs rausangeln, der jedoch wenig Lust dazu hat. Im Hochsommer war hier noch Trubel, jetzt lässt es nach.

Wir gehen "rüber" in den Ort Unterlaus (Wildes Plakatieren verboten) und sehen uns um. Die Gaststätte bietet original bayer. Ambiente. 1970 wurde sie erneuert, 1991 restauriert (-> also kein Chichi).

 

Die Kirche St. Vitus ist geöffnet und ich bin neugierig. Auf den ersten Blick ist es eine nachbarockisierte Dorfkirche, wie hunderte in Bayern. Kurioses gibt es dennoch:

- Der Bierkrug an der Wand? Bei der "Schmiererei", die Jahrhunderte überdauern durfte: der kann auch für Pflanzen sein, Weihwasser, o.ä.

- Die Sargdeckel an der Wand? Ja, das hatte ich noch nie gesehen ...

- Der Turm: ein Aushang erzählt die Geschichte:

 

Der Turm gehörte zu einem Stützpunkt der alten Römer. Die Kirche wurde später drangebaut. So erklärt sich auch die leicht erhöhte Lage der Kirche.

 

Es gibt sicher noch viele Beispiele, wo die Kirche an einen vorhandenen Turm gebaut wurde

(ich selbst kenne sonst nur Regen im Bayer. Wald).

Für mich persönlich wirft das ein wenig Licht in eine dunkle Zeit ...

 

Die Palmenblätter (als Stuck) an der Decke, gleich an den Fenstern, bringen ebenfalls ein wenig "Licht" und Freundlichkeit ...

 

Am Weiher haben die Kinder aufgegeben. Der Krebs hockt noch immer da unten, im Wasser.

 

 

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                                                                                                                                                NEU 03.03.2018

Das Schloss ist weg

Anzing
(Lkr. Ebersberg)

(Wildes Plakatieren verboten)

Im kleinen Ort Anzing, neben dem großen Ebersberger Forst, steht eine kleine Schlosskapelle, ohne erkennbaren Grund. Für so einen kleinen Ort ist das etwas Besonderes, vom Stil her ganz eigen, und ich erkenne nicht gleich was es damit auf sich hat. Um die Kapelle herum sind Grundstücke mit Höfen und Häusern, eine normale Wohngegend. Der Abdruck eines alten Stichs, der daneben gezeigt wird, zeigt das Schloss Anzing, zu der die Kapelle einst gehörte. Diese beiden Indizien sind die letzten Überbleibsel des Bauwerks.

Im Internet finde ich ein paar wenige Spuren. Die einheimische Adelsfamilie Armannsperg verkaufte ihr Schloss und ihre Güter.
1633 kaufte es Ratsherr Leonhard Höger, von Kurfürst Ferdinand in den Adelsstand erhoben.
1669-1699 wurde die Kapelle im Auftrag der Fam. Högner erbaut.
Bis 1783 blieb die Familie in Anzing.

Mehr Spuren finde ich nicht. Das Schloss ist komplett verschwunden – „Nach 1800 verfallen“, heißt es.
Und die Kapelle? Vielleicht traute sich bei einem Gotteshaus keiner Hand anzulegen, wie so oft in der Geschichte.

Wer sie sehen will: einfach reingehen, die Tür ist offen.
Und wie finde ich dorthin? Na – einfach in Ost-West-Richtung durch den Ort fahren; direkt an der Straße steht sie, nicht zu übersehen.

Nur das Schloss – das ist weg.

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Römerstraße
Zwischen Brunnthal/Otterloh und Oberhaching, ca. 500 m östlich der Straße, über Forstwege zu erreichen, läuft stangengerade eine erhöhte Trasse durch den Wald. Es sind Reste der Römerstraße von Salzburg nach Augsburg.

Im Hachinger Tal wurden 2005 sensationelle Funde zutage gefördert. Rubinbesetzte Broschen bzw. Scheibenfibeln, Seide aus China – reiche Grabbeigaben, die auf einen Herrschersitz schließen lassen.
Im Jahr 2010 wurden sie in einer Sonderausstellung („Karfunkelstein und Seide“) in der Archäologischen Staatssammlung München gezeigt (die Wortlaterne war vor Ort).

Die Herkunft der Rubine konnte anhand ihrer Kristallstruktur auf Indien lokalisiert werden, die Seide auf China.
Solche Scheibenfibeln konnten nur von römischen Meistern angefertigt werden – zu einer Zeit, als es das Römische Reich schon nicht mehr gab.
Die Vermutung liegt nahe, dass die Fibeln im Reich der Ostgoten (mit Hauptstadt Ravenna) angefertigt wurden. Die Familie im Hachinger Tal musste also irgendeinen Bezug zu den Ostgoten bzw. nach Norditalien gehabt haben.
Der Fund wirft ein wenig Licht auf das Dunkel der Zeit, bringt aber eine Menge neuer Fragen. Die Entstehung Bayerns fällt genau in diese dunkle Zeit.

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Altenstadt: Romanische Basilika St. Peter
bei Schongau

In Altenstadt steht eine romanische Basilika, mehr oder weniger im Originalzustand. Nicht barockisiert. Und das in Bayern?

Altenstadt hieß früher Schongau. Die Straße von Augsburg nach Italien lief hier vorbei. Durch Handel wurde die Stadt reich und konnte sich im 12. Jh. diese Kirche leisten, im Stil der Zeit: spätromanisch.
Dann verschob sich der Verkehr, von der Straße aufs Wasser. Schongau zog im 13. Jh. an den Lech, nahm den Namen mit. Alt-Schongau bleib zurück, wurde Altenstadt genannt und fiel in einen Dornröschenschlaf. Die Barockisierung lief am Ort vorbei – für Bayern untypisch.

Im Inneren sind romanische und frühgotische Fresken erhalten. Außer ein paar Sicherungsmaßnahmen und Ausbesserungen ist nicht viel passiert, erst in den 1960er Jahren wurde die Basilika St. Peter restauriert.
Bis heute ist nicht viel los in Altenstadt. Genau deshalb ist eine ruhige „Zeitreise“ hier möglich: über die Türschwelle treten und in eine andere Zeit oder Welt eintauchen ...

Dialektmäßig zählt Altenstadt übrigens zum Lechrain (dessen Zentrum Landsberg am Lech ist). Klingt zuerst allgäuerisch, weist aber bayrische Einflüsse auf – eine Verschmelzung von bayrischen und alemannischen Dialekten, an der Grenze der beiden Gebiete

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                                                                            6. Dezember - Nikolaustag

 

Wenn Du zu Weihnachten, als Geschenk vom Lieferanten, anstatt "Fabrikstollen und dem ganzen Schmarrn" das hier in deiner Tüte findest – dann weißt du, wo du bist:

 

Tief in Bayern.

 

 

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                                                                                                           Upload:  13.01.2018

 

DAS ALLGÄU

(Ostallgäu)

Eine kleine Collage

 

Im Radio läuft Leopold Mozart „Sinfonia di Caccia“, 1. Satz, mit Kugelbüchse, als Einstimmung zum Halali. Und tatsächlich schießt das Orchester im Takt mit einer Büchse. Wir überqueren den Lech.

 

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Der schiefe Turm von Immenthal

„Der Turm ist schief!“
Im Vorbeifahren fällt es mir auf. Die Schwiegerleute sind schon hundert Mal hier vorbei, ihnen fällt es nicht mehr auf. Auf dem Rückweg von der Sennerei fahre ich in den Ort, parke, schleiche um die Kapelle herum, mache Fotos.

Der Nachbar-Bauer kommt langsam auf mich zu, beginnt ein Gespräch, fragt ob ich die Kapelle von innen sehen will. Na klar!

Der schiefe Turm ist bauartbedingt. Von innen wird es völlig klar. Das Türmchen sitzt halb auf der steinernen Außenmauer, halb auf den hölzernen Säulen, die die Empore tragen.
Holz schwindet nur leider, im Laufe der Jahre und Jahrhunderte, während zusätzlich von oben Gewicht drückt. Das Türmchen kann also gar nicht anders als kippen.

Die Stadtansicht von Obergünzburg hat sich in das Deckengemälde eingeschlichen. Die Wände zieren Votivbilder zur Pferdepest: als Pferde das einzige Mittel zum Transport und zum Ackerbau waren, war die Pferdepest eine Katastrophe (vergleichbar: als wenn heute der Diesel ausgeht). Jedes Votivbild war ein Dank aus tiefstem Herzen, dass die Pest vorüber ging. 

Im Altarraum hängt ein Bild, das vermutlich während der Säkularisation aus dem Kloster Ottobeuren geflogen ist. Der Hl. Magnus, auf schwarzem Grund, mit der Stadtansicht von Ottobeuren.

Vielen Dank an den freundlichen Kirchenwart!

Details: Kapelle St. Wolfgang, Immenthal.

l.o.: aber ganz deutlich ist der schief (?)

l.M.: die eingezogene Empore, von Holzsäulen getragen - genau unter dem Türmchen

M., 3. v.l.: Oben: der Himmel; unten: Obergünzburg. Ein klares Weltbild

 

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Die Dorfsennerei in Untrasried

ein kleiner Laden, in dem nicht mehr als 10 Kunden Platz haben. Bietet ca. 5 Käsesorten aus eigener Herstellung, oder von Höfen zugekauft.

Stücke werden von Hand zugeschnitten, nach Absprache mit den Kunden. Alles freundlich und sorgfältig. Die Luft riecht nach Käse.
Kundschaft kommt und geht, es ist immer etwas los. Die Allgäuer lieben ihren Käse.

MO-SA 09:00-12:00  &  16:00-18:00

 

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Kässpatzen
Am Abend darf ich beim kochen helfen – was ich als Ehrung auffasse. Original Allgäuer Käsespätzle – und ich sehe jedes Geheimnis ...

Die Spätzle werden natürlich hausgemacht; ein Spätzlehobel ist natürlich unabdingbar in jedem Haushalt.
Den Teig in heißes Wasser hobeln, warten bis er auftaucht, abschöpfen – fertig sind die Spätzle.

Diese in eine Auflaufform tun. Das Ganze schichten: Spätzle, Käse, Spätzle, Käse. Weißlacker muss rein. Ist ein lokaler, stark riechender Käse (ähnlich dem Harzer Roller), davon aber nur wenig. Eine Kelle vom Spätzlewasser kommt mit rein.

Dann vorm Ofen stehen und schauen.

Nebenher: Zwiebelringe in Butter anbraten, dazu servieren.

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Ach ja: Pizza vom Lieferservice gibt es, gegen geringen Aufpreis, auch mit „Käserand“. Der dickere Teig am Rand umschließt eine „Schnur“ aus Emmentaler – als Extraportion. Die Allgäuer lieben ihren Käse.
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Obergünzburg:

„Des muasch aluaga“, ordnet das Schild am Ortseingang an. Das Südseemuseum. Wenn es öffnet, sind wir da.

Der Ort ist zum einkaufen ganz gut. Ein Gasthof „Grüner Baum“ darf nicht fehlen. Im bayer. Schwaben finde ich sie in jedem zweiten Ort (sonst nirgends). Die „Milchfabrik“ dominiert den Ort: Saliter füllt Milch ab, verarbeitet sie, betreibt sogar eine Bank.

Das Südseemuseum öffnet; genauer gesagt: das Heimatmuseum, Südsee-Sammlung Obergünzburg (inkl. Sammlung Karl Nauer), im Neubau.

Kapitän Karl Nauer aus Obergünzburg war ab 1903 viel im Südpazifik unterwegs, brachte viele Fotos, Berichte und Artefakte mit.
Mit dem „Fahrstuhl“ fahren wir ins Zielgebiet. Monitore zeigen uns die glühenden Farben des Erdinneren, das wir durchqueren, und die jeweilige Außentemperatur. Dann kommen wir an und dürfen aussteigen.
Dioramen zeigen uns Dörfer, Landschaften, Tiere und Menschen; erzählen vom Leben hier als die Weißen ankamen; von den Veränderungen durch unseren Einfluss; und von Problemen, die dadurch bis heute bestehen.

http://www.suedseesammlung.de/index.php?plink=index

M.l.: Milchwerk und Bank in einem Foto

u.r.: ist Touristenwurst für oder aus Touristen?

 

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Kaufbeuren 1
Im Sommer ist immer das Tänzelfest. Auf dem Festplatz ist Kirmes, in der gut erhaltenen, mittelalterlichen Altstadt das „Lagerleben“. Bis spätabends sind die Gassen woll.
Vormittags stapfen wir den Afraberg hoch, um die St. Blasius Kapelle zu besichtigen. Klingeln gegenüber, zu bestimmten Zeiten, am Mesnerbüro, die freundliche Dame sperrt auf und lässt uns ein.
Die Kapelle ist den Wehrleuten der Stadt gewidmet, deshalb Teil der Stadtmauer. Das Wachpersonal brauchte also für eine Andacht die Mauer nicht zu verlassen.
    Viele Motive im Inneren zeigen Märtyrertode, teils auf dramatische Art.

Die Hangabtriebskraft bringt uns wieder runter in die Altstadt, erst in einem der Dönerlokale kommen wir zum Stillstand. Die Portionen sind nicht nur größer als in München und Umland, sondern dafür auch noch günstiger; Schüler bekommen Sonderpreise („Schüler-Döner“, kennt hier jedes Kind).

Danach schön durchschleudern lassen (Achterbahn oder Karussell am Festplatz), und durch die Gassen der Altstadt schieben. Bis spätabends ist Spectaculum, gute Laune und Durchkommen schwierig ...

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Bordercross: Reutte
Der Hopfensee ist für den Winter abgelassen. In Füssen ist alles auf König Ludwig getrimmt. Die neue Festspielhalle für das Musical, Touren zum nahen Schloss Neuschwanstein, jede Menge Hotels und Restaurants für Touristen. Welches Bier wird dort wohl ausgeschenkt? (Richtig: König Ludwig Bier, Brauerei Kaltenberg).

Zwei Kurven weiter sind wir schon wieder draußen. Die Landstraße schlängelt sich durch die Berge, kreuzt die zweispurige Autobahn, die kurz aus ihren Tunnels auftaucht.
Um die ehem. Zollstation an der Grenze gruppieren sich Souvenirbuden. Ob sie für den Winter geschlossen haben, oder für immer, erkennen wir nicht. Dann sind wir in Österreich, dem Land der Berge.
Die beiden Supermärkte des Ortes haben die Souvenirs, die wir suchen: Tiroler Bergkäse, feine Wurstwaren, Süßgebäck, auch guten Schnaps gibt es (z.B. Enzian).

Danach noch schön ins Café, Rauchen erlaubt. Der Dialekt fasziniert mich. Reutte ist eine Sprachinsel, liegt noch dazu am Lech. Die Mundart gehört zum Alemannischen, ist also mit dem Allgäu verwandt, zeigt aber die typisch tirolerischen, harten Kehllaute. (Übrigens gehört Vorarlberg auch zum Alemannischen, dort fehlen aber die harten Kehllaute).
Erst hinter den Bergen, am Fernpass und bei Ehrwald, beginnt das „tirolerische Tirol“. Der übliche Tiroler Dialekt ist eng mit dem Bayrischen verwandt, mehr sogar als mit österreichisch ...

l.o.: Füssen

 

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Kempten
Nächster „Bordercross“:
Kempten gehört zum Oberallgäu. Einheimische hören den Unterschied von hier zu Kaufbeuren, dem „Flachland“.

Kempten ist eine der ältesten Städte Deutschlands – allerdings muss man diese Spuren suchen ... Die meisten kommen natürlich -viele aus dem Umland- zum einkaufen.
In der Buchhandlung: viele Allgäu-Krimis.

M: Halali?

r.: Tunnelbohrer GmbH?

 

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Kaufbeuren 2

Das „Melo“ (Melodram) in KF-Neugblonz zeigte samstags immer einen Film. Danach lief eine spektakuläre Lasershow, die weit über den Landkreis hinaus bekannt war, bevor die Gruftie-Disko übernahm.
Angst vor Grufties? Ach wo – die haben mehr Angst vor „Normalos“, als andersherum. Und der Allgäuer an sich ist ohnehin viel freundlicher. Einer der Gäste ging immer mit einer Riesenpackung Gummibärchen herum und verteilte sie an alle (ja: ein Gast; ja: an wirklich alle).
Irgendwann brannte der Laden ab (tagsüber), und wird seitdem nicht mehr wiedereröffnet.


Beim Konzert von Dark Tranquillity aus Schweden (vor vielen Jahren, im Winter), irgendwo in Kaufbeuren: wie beim Heavy Metal üblich schütteln viele ihr langes Haar (falls vorhanden), bleiben dabei breitbeinig stehen. Es ist also harmlos dort (im Gegensatz zu Pop oder Schlager, wenn euphorisierte Fans nach vorne drängen, ohne Rücksicht auf Verluste, um ihr Idol berühren oder anzukreischen zu können ...).
    Neben mir steht ein hübsches Mädel, das mir regelmäßig ihre blonden Haare ins Gesicht klatscht. Sie duften gut.

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FAUN-Konzert 

Im Festsaal eines Gasthofes, irgendwo im Ostallgäu, schauen wir uns ein Konzert der Gruppe FAUN an. Mein Auto, mit München-Landkreis-Kennzeichen, parkt an der Straße, wie fast alle.

Zur Pause geht ein Raunen durch die Menge. Die Sensationsnachricht: bis von München kommen heute die Leute !!!

Im Folgejahr spielte FAUN schon auf wesentlich größeren Bühnen. Ob das Gerücht nachgeholfen hat?
Bis heute weiß keiner, dass wir danach nur noch 20 km gefahren sind ...

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Kaufbeuren 3

Adventszeit. Wir stöbern durch den V-Markt, in einem kleinen Einkaufszentrum. Neben den üblichen Saisonartikeln gibt es: Birnenstücke, getrocknet, zum selbst abfüllen.
Was man damit macht? Hm. Vielleicht in Rotwein einlegen, und mit Sahne und/oder Eiscreme als Dessert servieren ... Das hatten wir bislang nur in der Schweiz gesehen, als Spezialität aus dem Tessin. Da Schweiz, Vorarlberg und Allgäu zum alemannischen Sprach -und Kulturkreis zählen, würde mich diese Verbindung nicht wundern. Gesehen hatte ich solche Birnenstücke zum Kauf noch nirgends.

Im Foyer des kleinen Einkaufszentrums gibt es eine Überraschung. Ein ganzer Schwung Leute, Deutschtürken in festlicher Kleidung, steht in einem Kreis um die Mitte, in der nicht viel los ist. Wir kommen kaum vorbei, warten also was passiert. Kaum jemand wagt es sich vorbei zu quetschen, niemand beschwert sich (!).
Dann kommt Musik aus dem Ghettoblaster, ein junges Paar in Festkleidung geht langsam aufeinander zu, es regnet Blumen und bunte Schnipsel. Er kniet vor ihr, sagt etwas, steckt ihr einen Ring an. Luftballons steigen an die Decke (also nicht sehr hoch). Wir können gar nicht anders als ebenfalls zu klatschen und uns mitzufreuen.

Das Allgäu liebt dich.

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Im Autoradio, bei der Rückfahrt, läuft der „Nudlwalgler-Schottisch“, von der Ampertaler Kirta-Musi. Das ist oberbayrisch – wir überqueren wieder den Lech.

... ENDE Allgäu ...

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