Azoren: Inselspringen im Atlantik 

(Juli 2015)

Grüne Vulkaninseln mitten im Atlantik, subtropisch, bei kaum mehr als 20°C. Hier wachsen Ananas, Bananen, Tee, Tabak, Kaffee.
Drehscheibe zwischen Amerika und Europa, für Galeonen voll Gold und exotischer Pflanzen, Telegrafenkabel, Flugzeuge und Segler.

Es ist also viel geboten, aber wenig bekannt. Grund genug für uns vorbeizuschauen.


Ein „Panoramaflug“ bringt uns in 2,5h nach Porto. Frankreich ist grün und voller Felder, die Pyrenäen sind schroff und dunkel, Spanien wirkt trocken und verbrannt, Portugal ist hügelig und grün.
Von Porto geht es nochmals 2h nur nach Westen, raus auf den Atlantik.

In Ponta Delgada steigen wir aus dem Flugzeug und marschieren an den (beiden anderen) Maschinen vorbei zur Eingangshalle; freundliches Personal weist den Weg. Es ist schwül. Das Taxi fährt uns vors Hotel, der Fahrer will 10 Euro. Taxameter gibt es hier nicht, Mondpreise allerdings auch nicht.

 

FAIAL

 

Mit einer Propellerkiste von SATA (einer Dash 8) fliegen wir am nächsten Tag auf die Insel Faial, nehmen den ersten Leihwagen. Nachdem wir vorgebucht hatten, hat der Schalter geöffnet. Vor dem Gebäude bekommen wir Auto, Schlüssel, Protokolle. Die Flughafen-Station hat also nur temporär geöffnet, bestellte Autos werden gebracht.

Faial gilt als die „blaue Insel“, weil überall Hortensien wachsen. Wir machen eine Rundfahrt. Es geht durch alte, kleine Dörfer. Die Häuser reihen sich die Straße entlang, eine Kapelle darf nie fehlen, manchmal wandern Kühe auf der einzigen Straße.

Bei Viradouro bade ich. Durch Lavafelsen führt ein geteerter Weg zum „Naturbad“. Eine hübsche Lebensretterin, mit Surfbrett und Funkgerät ausgerüstet, passt auf und grüßt freundlich. Sie wirkt wie eine Studentin, die das nebenher macht (ähnlich sehen wir es an anderen Bädern).
Das „Naturbad“ heißt wohl so, weil es naturbelassen ist. Zwischen Felsen wurde ein wenig betoniert, eine Treppe ins Wasser gebaut. Durch Gitterstäbe schwappt bei etwas höheren Wellen der Atlantik herein. Da ich nicht zum Spaß hier bin, schwimme ich eine Runde. Das Wasser hat 15-18°C, ich bleibe 2 Minuten. Am Parkplatz gibt es übrigens Gratis-Dusche und Umkleide.

Volcao: der Leuchtturm wurde 1957-58 von Lavabomben stark beschädigt und aufgegeben. Zwei Jahre lang strömte Lava aus einem unterseeischen Vulkan und schüttete neues Land auf. Nur langsam erobert es sich die Vegetation.
    Das „Vulkaninterpretationszentrum“ erklärt uns die Geschehnisse und erzählt uns von Vulkanen im Allgemeinen, ihren Einfluss auf die Erde. Sie spuckten Erde, Asche und Gase aus. Dadurch entstand unsere Atmosphäre, die uns vor Kometen schützt. Wasser kondensierte und regnete ab, ermöglichte Leben auf unserem Planeten. Vulkane geben Land, das von Lebewesen bevölkert werden kann. Vulkane nehmen nicht nur, sie geben auch viel, ohne sie wäre unser Planet ein anderer.
Und warum die Erde? Sie bestand aus heißem Gestein, das an der Oberfläche (und nur dort) auskühlte. Aus diesem „Konflikt“ von starrer Hülle und heißem Kern entsteht vulkanische Kraft, die sich immer nur stückweise Bahn brechen kann.
    Bei den Azoren treffen gleich 3 tektonische Platten aufeinander, sie sind ein Hotspot für Erdbeben und Vulkanismus.

http://mi.visitazores.com/en/venues/capelinhos-volcano-interpretation-centre
Eine Kirchenruine im Südosten der Insel erinnert an ein starkes Erdbeben und die zerstörerische Seite der Plattentektonik.


Fahrt zur Caldheira:
„Unten“ geht es über Wiesen und Felder, Kühe stehen auf der Straße herum.
„In der Mitte“, also auf halber Höhe, ist Wald, Zedern und dichtes Gebüsch. Zedern benötigen feuchte Luft zum wachsen – hier „kringeln“ sich gerne die Wolken um den Berg.
„Oben“ ist es zu steil und schroff, nur Gras und Moose wachsen.
Wir stehen auf dem Cabeco Gordo und schauen 400 m nach unten, in die Caldheira. Der Wind frischt auf, es regnet und bläst kalt und stark. Zehn Minuten später sind wir unten am Strand; fragen uns ob wir die Regenjacke anlassen, oder in Badehose herumlaufen sollen, wie die anderen. Bei 18°C und Schauerneigung macht es keinen Unterschied.
Wir setzen uns auf warmen, schwarzen Sand am Strand und bestaunen die kräftigen Wellen.

Horta ist die charmante Hauptstadt Faials. Hier war Relaisstation der transatlantischen Telegrafenkabel. Im 1. Weltkrieg war sie voller Agenten, die den Gegner abhören und ausspionieren wollten.
In den 20er/30er Jahren machten Wasserflugzeuge Zwischenstop, später normale Flugzeuge. Heute sind es Segler auf Atlantiküberquerung. Sie verewigen sich in bunten Farben am Kai und hängen im Peter Cafe Sport ab. Dort hängen bunte Wimpel , es gibt Cappucchino wie in den 80ern (mit Sprühsahne).
Es geht ruhig und unaufgeregt zu. Man sieht den Pico, den höchsten Berg Portugals auf der gleichnamigen Nachbarinsel. Im „Kabem Todos“ (= alles ist möglich) essen wir; die Preise sind i.O. und das Personal ist freundlich und unkompliziert. Es gibt Rinderschnitzel mit Mini-Banane, Backfisch, Spieße uvm. Wir fühlen uns rundum wohl.


Nächster Halt im Inselhüpfen: Pico. Taxi zum Hafen (ohne Taxameter): 5 EUR. Fähre: ca. 7 EUR, Fahrzeit 40 Min. Wir nehmen den nächsten Mietwagen.

PICO
Es geht gemächlich zu (langsamer als auf Faial). Die Straßen sind neu; man kann einkaufen wie in den 80ern (z.B. bei Compre-Bem).
Das Lula & Sperm-Whale Museum (2 EUR) in Madalena ist die private Sammlung von Malcolm Clarke, eines brit. Wissenschaftlers, der hier das Leben der Lulas erforscht – und damit auch der Pottwale, da sie die Lulas / Tintenfische fressen.  

Viele kleine Gärten, von Mauern aus schwarzem Lavastein eingefasst, dienen dem Anbau von Wein. Das geht so: in poröses Lavagestein werden die Weinstöcke gepflanzt, mit Erde fixiert. Das poröse Gestein sammelt Wasser, speichert Wärme für die Nacht, gibt den Wurzeln Halt. Der Wein wächst hier bodennah, aus Schutz vor dem Wind.
Den Wein gibt es übrigens nur auf den Azoren zu kaufen- der Alkaloidgehalt liegt über den EU-Grenzwerten.

 

Die Grota des Torres ist eine „Lava-Tube“. Bei einer Eruption ist hier die Lava horizontal gelaufen, außen erkaltet und innen abgeflossen. Zurück blieb eine Röhre bzw. heute eine Höhle. Verschiedene Arten von Lavagestein sind zu entdecken, verschieden hart, verschieden spitz. Wir machen die Lampen aus, hören Tropfen plätschern und sehen: nichts, absolute Dunkelheit. Nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Lajes do Pico: der d-e-r Ort für Whale-Watching. Espaco Talassa sind das Original. 1989 kam der Franzose Serge Vialelle hierher. Walfang wurde 1984 verboten, aber die „Infrastruktur“ war noch vorhanden. Die Männer hatten einen Aussichtsturm und den richtigen Blick, um Pottwale in der Bucht zu erkennen. Also engagierte er sie als Touristenführer und gab ihnen so eine Zukunft. Sie halten sich an vorgeschriebene Mindestabstände zu den Tieren, und sind an Nachhaltigkeit interessiert. Abends Vorträge zum Thema Wale und Meerestiere.
            Dennoch bleibt ein wenig Glück entscheidend. Wir buchen Fahrten an 2 Tagen. Das eine Mal sehen wir „nur“ Delfine.

Auf „großer Walfahrt“: eine Tagestour führt uns um Pico herum, rüber zur Nachbarinsel Sao Jorge. Sie ist wesentlich steiler und schroffer. Hier kommt der gute Käse her, hier gibt es auch eine kleine Kaffeeplantage. In Calheta gehen wir an Land, machen Mittagspause und spazieren herum. Im Garten hinter der Kirche wachsen Bananen.
An der Ostspitze sehen wir die Insel Terceira, sie scheint zum greifen nahe. In Angra de Heroismo legten im 15. Jh. die Galeonen auf dem Rückweg von Südamerika an und nahmen neuen Proviant an Bord.
Wir fahren über den Atlantik zurück nach Pico, mit Blick auf Faial. Und wenn man nicht mehr damit rechnet, natürlich, kommt der Funkspruch vom Tower. Pottwale voraus! Manche liegen nur herum, halten ihre Nase aus dem Wasser. Andere tauchen ab, gehen auf Lula-Jagd. Dabei strecken sie ihre Rückenflosse in die Höhe, zum heißersehnten „Foto-Moment“. Wenn man den verpasst hat: der Wal bleibt etwa 40 Minuten unten. Tja.
Wir sehen: Pottwale, viele Delfine, Meeresschildkröten, Makrelenschwärme.
Die Fahrt wird von Studenten geleitet, die viel wissen und erklären, ab und an sammeln sie Müll aus dem Meer (z.B. große Plastikstücke).
Abends gibt es nachhaltig gefangenen Thunfisch von Sao Jorge im Serge‘s Restaurant.

Der Pottwal ist das alles beherrschende Thema in Lajes do Pico. Sind die Gehsteige in Portugal allgemein in schwarz-weißen Mosaiken gelegt, ziert hier ein riesiger Wal den Gehsteig.
Das SIBIL (2,50 EUR p.P.) ist die alte Walfabrik in Lajes, in Betrieb ab 1955, erzählt uns von der Zeit des Walfangs. Der Walfang kam aus Amerika, die Männer erhofften sich ein Zubrot. Das begehrte Kopföl, das etwa 1/3 des Tieres ausmacht, wurde für Medizin und Arzneien verwendet. Das Körperöl für Engergie, zum kochen und beleuchten; Fleisch und Knochen wurden gekocht und zu Dünger verarbeitet.
Ab den 1920er Jahren etwa wurde Walöl für Schmierstoffe verwendet. Erst ab den 1950ern war es möglich, Schmierstoffe synthetisch herzustellen - Walöl wurde entbehrlich. Manche Walart brachte das an die Grenze zur Ausrottung, z.B. Nord -und Südkaper (aka „The Right Whale“, also „right“ im Sinne von: gut zu verwerten).
Auch interessant: nicht jede Walart kann man jagen. Nur die, die nach der Jagd auftreiben. Andere sinken ab, und würden das Schiff mit sich in die Tiefe ziehen ...

Pottwale „wohnen“ hier, sie sind ganzjährig auf den Azoren. Vor Pico tauchen sie am häufigsten auf. Wer Blauwale sehen will, muss die richtige Zeit erwischen. Sie ziehen vom Südatlantik nach Island und machen Station auf den Azoren, um sich vollzufressen.

Meersschildkröten: sind geheimnisvolle und wenig erforschte Tiere. Sie schlüpfen, schwimmen herum, kehren an ihren Gebursstrand zurück und legen dort Eier. Auf den Azoren kommen die Schildkröten aus Florida (Karettschildkröte aka caretta caretta), und schwimmen wieder dorthin zurück. Es ist aber kaum erforscht, warum sie so lange Reisen unternehmen und was sie dabei alles machen.

In der Nacht schrecken wir hoch. Das Gekrächze klingt erbärmlich, ist laut und durchdringend. Was ist das? Ein Kleinkind? Ein Dachs, im Kampf mit einer Katze? Verreckt gerade ein Tier, hat es uns im Visier, ist es doch ein Mensch? Nur langsam wird deutlich: das Geräusch kommt von oben, kreist um uns herum.
Espacia Talasso und das Internet haben die Antwort: es ist der Gelbschnabelsturmtaucher.  Ein Vogel, der nach Brasilien fliegt und hierher zurückkommt. Die Azoren sind der Mittelpunkt ihrer Kolonien. So klingt er:
https://www.youtube.com/watch?v=d97uQCDV29I

Mehr Tiere? Die einheimische Fledermaus ist Tag (!) und Nacht aktiv.

Die Menschen? Siedler aus Flandern und der Bretagne wurden angesiedelt. Seefahrer kamen aus aller Welt. Man sieht blonde Frauen, rotbraune Frauen mit Sommersprossen, brünette Männer mit blauen Augen, und natürlich portugiesische Gesichter.
Sie sind angenehm, unaufdringlich, ehrlich und freundlich, und anpackend. Die Schwermut (Saudade) des port. Festlands fehlt. Man ist sehr nach Amerika orientiert. (SATA fliegt im Sommer direkt nach Boston, Halifax und Toronto. Flugzeit Ponta Delgada - Boston: 5-6h).

Am 5. Juli ist Heiliggeisttag. Leute kommen aus der Kirche, mit einem Banner vorneweg, sammeln sich, marschieren singend in einer Prozession auf der Landstraße; junge Frauen in engen Kleidern und Männer mit Sonnenbrille. Es geht den Ort entlang, auf der einzigen Straße. Neben unserem Auto steht ein altes Paar, das sich auf amerikanisch unterhält. Viele Verwandte kommen zu diesen Festen angereist.

Abwanderung war und bleibt ein großes Thema. Oft sehen wir Häuser mit 2 Fahnen: die portug. neben der kanadischen oder der US-Flagge.

Der Flughafen von Pico ist verlassen. Das Flugzeug kommt erst in 2,5h, nur das Café hat geöffnet. Nur allmälich kommt Leben auf. Kleine Autos kommen an, bringen Bedienstete. Die freiwillige Feuerwehr kommt mit dem Löschwagen, inspiziert die Startbahn. Die Autoverleiher kommen an, öffnen nach und nach ihre Schalter. Die Polizei übernimmt die Security.
Nach 40 Min. Flug sind wir in Ponta Delgada, die Flughafenfeuerwehr dort hat ein eigenes Fahrzeug.

SAO MIGUEL
Die Hauptinsel der Azoren bietet Urbanismus, eine Shopping-Mall und Autobahn.
Bei deutschen Aussteigern nahe Ginetes beziehen wir eine Hütte, voll ausgestattet und sehr gemütlich. Bei Martina & Wolfgang Junge sind wir gut aufgehoben und fühlen uns wohl. Wir können selber kochen und so verschiedene Sachen probieren.
LINK: http://www.azorentour.de/html/casa_da_lenha.html

Im Nordosten der Insel besuchen wir die Teeplantage Chá Gorreana. Auf den Teefeldern kann man zuschauen, wie 4 Männer mit einer Art Rasenmäher die Teesträucher rasieren, die Ernte fliegt in einen Beutel.
Alte englische Maschinen sind in der Fabrik noch in Betrieb, etwa seit 100 Jahren. Man kann einfach herumlaufen, zuschauen, im Weg herumstehen, gratis probieren, ins Café gehen und natürlich Tee kaufen (schwarzen und grünen). Der Schwarztee ist sehr fein und angenehm, eine echte Empfehlung. (Das sage ich, als Freund kräftiger britischer Tees).

Im Fernsehen erfahren wir von einer Hitzewelle, die Europa und v.a. Deutschland fest im Griff hat. Wir sind froh hier zu sein. Auch wenn es sich oft wärmer anfühlt, hat es nie über 23-24°C.

Caldhera Vielha (2,- EUR p.P.): Wir parken an der Straße, gehen in den Park, durch Dschungel. In der Mitte gibt es 2 Schwimmbecken, gespeist von einem heißen Wasserfall, der mit 27-28°C aus dem alten Vulkan sprudelt. (Duschen & Umkleide nebenan).

Lagao das Furnas: schöner See, schöne Ausblicke von den Miradouras der Straße (Parkplätze mit Ausblick). Im Seegrund sind Gase gespeichert, die bei Erdrutsch oder -beben innerhalb kurzer Zeit freigesetzt werden können. Ein Aufenthalt am Ufer kann also tödlich enden. Wir entscheiden uns für: nur von oben schauen.

Sete Cidades: Caldeira mit 20 km Durchmesser. Bis 1460 höchster Berg und Orientierung für die Seefahrer, dann durch einen Ausbruch verschwunden.
Das ehem. „Hotel Parque“ steht als Ruine im Zedernwald und verwildert. 1984 gebaut, 1 Jahr in Betrieb, dann pleite. Der Haken: die Lage war perfekt, nur die Anreise war nichts für 5-Sterne-Touristen ...

Vila Franco da Campo: ist die alte Hauptstadt Sao Miguels. Vor ihr im Meer liegt die
Ilhéu de Vila Franco da Campo:
Schwimmen und Schnorcheln im alten Vulkankrater. Das Wasser ist flach und ruhig, somit von der Sonne gewärmt und zum baden geeignet. Liegen: einfach drumherum, auf (hartem) Lavagestein. Viel Betrieb, viele Familien mit Kindern.
Das Boot pendelt von Vila Franco, Fahrzeit 10 Min., 5 EUR p.P. Die Insel ist auf 400 Besucher pro Tag beschränkt (offiziell).

Furnas
enger, kurviger Ort im Osten der Insel. 2 Caldheiras außerhalb der Stadt. Schlammtöpfe und heiße Quellen sprudeln hervor, es riecht nach Schwefel.
Im „Dampffeld“ am See kochen Restaurants, sie haben Felder mit „Schächten“ gemietet. Schwefeldampf gart das Essen. Garzeit: ca. 3h und nur gegen Vorbestellung.

Terra Nostra Garten (Furnas): ein Botanischer Garten, mit Pflanzen aus aller Welt. Eukalyptus, Riesenfarne, eine Allee mit Gingko-Bäumen, und jede Menge mehr. Nachdem Schiffe aus aller Welt Station machten, konnte jedes eine Pflanze bringen. Im subtropischen Klima gedeiht alles. Hier ist es zu besichtigen.
    Dazu ein großes Schwimmbecken, mit trübem, heißem Wasser (38°C).
Eintritt: 6 EUR p.P. (Dusche & Umkleide inkl.)

In Ferreira, bei Ginetes, lassen wir den Urlaub im Naturbad ausklingen. Das Wasser hier ist seicht, deshalb eher warm. Mancher legt sich ins Wasser und bleibt 20 Min. Uns reicht eine kurze Erfrischung im Atlantikwasser.
Hier ist aber auch ein „Tidepool“: in Pfützen und auf Lavagestein schwimmen kleine Fische und Krabben krabbeln.


Zum Schluss der Reise retten wir noch einen Hund:
Der Verein  Angel da Relva nimmt sich ausgesetzten Tieren an, und sucht neue Tierpaten in Deutschland. Tiere sind nicht viel wert, entsprechend werden sie oft behandelt und einfach ausgesetzt. In Deutschland haben sie ein besseres Leben, der Verein vermittelt sie.
                     Das Tier darf nur nicht alleine nach Deutschland fliegen. Also suchen sie Flugpaten, die das Tier offziell mitnehmen. Die Gebühren werden vom Verein bezahlt, die Anmeldung übernehmen sie vorab. Es ist nichts zu tun, außer einem netten Plausch mit netten deutschen Rentnern am Flughafen, die den Hund einchecken. Gisela und Dirk warten schon am Flughafen, haben eine nette Hündin und ein kleines Geschenk für uns.
Bei Ankunft: Hund aus der Gepäckausgabe mitnehmen und mit nach draußen nehmen. Dort warten die neuen Besitzer und freuen sich. Ohne Haken und Probleme - und eine schöne Sache.
LINK: http://tierhilfe-angeldarelva.de


Ein weiterer „Panoramaflug“ bringt uns heim. Wir staunen selbst wieviel wir gesehen haben und sind noch ganz verzaubert von der grünen Inselgruppe mitten im Atlantik. Bis heute denken wir gerne zurück, und schließen einen weiteren Besuch nicht aus. Was genau den Zauber ausmacht, können wir nicht sagen. Es ist eben viel geboten - wenn auch erst bei genauerem Hinschauen.

 

 


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Für Selbermacher:
Wichtig:
Eine Reise auf die Azoren sollte vorab geplant und gebucht werden.
Wer aufs Geratewohl kommt, um ein bisschen „Inselspringen“ zu machen, wird enttäuscht werden. Die Inseln sind zu weit auseinander. Und wie im Bericht erwähnt: vieles bekommt man nur, weil man es bestellt hat. Heißt: das Mietauto ist nur da, wenn es bestellt wurde. Bei Privatunterkünften sind die Vermieter nur bei Ankündigung da, sonst sind sie oft nicht zu sehen. Mit Touri-Infos sieht es schlecht aus.

Hinkommen:
Eigentlich nur mit dem Flugzeug nach Ponta Delgada. SATA, TAP und Ryanair fliegen es täglich an.

Herumkommen:
Mietwägen gibt es auf jeder größeren Insel, diverse Vermieter. Wir hatten bei Ilha Verde gebucht, die es azorenweit gibt.
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h (schneller kann man eh nicht fahren).
Auf Sao Miguel Autobahn, mit bis zu 100 km/h.

Fähre: Inselspringen per Fähre ist möglich. Ratsam aber nur innerhalb der „Gruppen“, z.B. innerhalb Inseln der „Zentralgruppe“. Z.B. Faial-Pico: 40 Min. Ansonsten geht auch mal ein ganzer Tag drauf.
Fliegen: SATA fliegt jede Insel an, fliegen ist durchaus üblich. In der Saison ist vorbuchen ratsam.

Unterkommen:
Wir hatten viel im Internet gesucht, und über versch. Seiten Kontakt zu den jeweiligen Anbietern aufgenommen.
Sao Miguel: (wie erwähnt) bei Martina & Wolfgang Junge:
http://www.azorentour.de/html/casa_da_lenha.html
Die Hütte lässt wirklich keinen Wunsch offen. Kühlschrank ist da, Geschirr, Besteck, Flaschenöffner, Dosenöffner, Spüli & Schwämme, Dusche & Handtücher, Strandtücher, Radio, Sat-TV, ... Terrasse mit tollem Blick.
Beachten: man parkt auf der Straße und trägt seine Koffer (und Einkäufe) über den Rasen.

Für den Stopover: Hotel Talisman, Ponta Delgada

Horta, Faial: Vila Odette
https://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g189126-d1898786-Reviews-Vila_Odette-Horta_Faial_Island_Azores.html
Altes Herrenhaus einer alten Orangenplantage, mit großem Garten und Blick auf Hafen und Pico. Kochnische zum Selberkochen, Wasserkocher. Sehr freundlich.

Pico:
Espaco Talassa:
http://www.espacotalassa.com/index_de.htm
Whale Watching, Übernachten und Restaurant. Alle empfehlenswert.

Elektrizität: 220V, Schukostecker - also alles wie daheim.

Zeit: MEZ -2h

Sprache:
fast durchgehend zweisprachig. So gut wie jeder kann englisch, mit amerikanischem Akzent.
Offiziell: portugiesisch. Starke Dialekte, die auf dem Festland kaum verstanden werden. Der übelste Dialekt ist der von Sao Miguel (er ist am härtesten, darin sind sich alle einig).

Impfungen: keine

Preisniveau: wie in Deutschland. Portugal ist zwar günstiger, durch den Transport per Schiff gleicht sich das wieder an unsere Preise an.

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Das Buch:
Daniel de Sá „Dead houses‘ shepherd“

Ein Schäfer bleibt in seinem Dorf, das stark von Abwanderung betroffen ist.
Spielt zwar auf dem port. Festland, der Autor stammt von Sao Miguel / Azoren.

ISBN: 989-95141-8-8
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Klangkiste
aus Portugal kommt gerade frische Musik, mit schönen Bildern oder schrägem Humor:

(( ASA )) „Aurora“
https://www.youtube.com/watch?v=jcpscjQ9Bf4 

White Haus „No Mistake“
https://www.youtube.com/watch?v=FjkcUt2yoyU 

Les Crazy Coconuts „Belong“
https://www.youtube.com/watch?v=m822DbPUvss

Frankie Chavez „Old Habits“
https://www.youtube.com/watch?v=ueSzhXmLD4s

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