ZITAT
„In Gotha gibt’s’n Laden, da gibt’s das Pils auf Raten.
Und ist kein Bier mehr da – scheißegal: wir sind in Gotha!“
Schleimkeim, „In Gotha gibts nen Laden“

Das allein ist schon Grund genug dort hinzufahren …

 

 

GOTHA
Eine Wunderkammer besuchen

(Oktober 2019)

Wunderkammern gibt es ein paar in Europa. Dresden und Wien sind die größeren. Die Gothaer ist eher klein, dennoch sehr fein.
Damit es nicht langweilig wird, ist die Sammlung mit technischen Errungenschaften der letzten 200 Jahre und anderen Kuriosa aufgelockert. Das Ganze in einer netten Kleinstadt, in der das Spazierengehen entspannend ist. Auf der Fahrt schauen wir 2 Highlights „in der Provinz“ an – Schleusingen und Kloster Veßra. Ich mag das.
2007 waren wir schon mal in Gotha, erinnern uns an 2-3 Kuriositäten. Dass es so viele in dieser Stadt gibt, das überrascht mich wirklich. Wir könnten auch mehrere Tage hier zubringen …

Nach Bamberg geht es fast ständig die Berge hoch, vorbei an Kloster Banz, Vierzehnheiligen und Coburg (die Region ist einen eigenen Urlaub wert), höher und höher, nach Thüringen, in Hügelland mit ganz viel Wald. Immer wieder sitzen Greifvögel auf der Wiese, oder kreisen über uns.

 


SCHLEUSINGEN   
Stopover (2h)
Wir parken am viereckigen Marktplatz, in diesem kleinen Städtchen im Thüringer Wald, gleich neben der Autobahn. Imbiss bei Dilan Grill. Der Döner ist echt lecker und der Chef ist ausgesprochen freundlich und herzlich. Wir fühlen uns wohl.


Der Herzog von Sachsen-Meiningen huldigte dem Sammeln. So kamen auf Schloss Bertholdsburg viele Stücke zusammen, die ab 1768 als „Herzogliches Natualcabinet“ gezeigt wurden. Heute ist es eine schön gemachte Ausstellung.


Naturhistorisches Museum, Schloss Bertholdsburg (6 EUR p.P.)
„300 Millionen Jahre Thüringen“ – so der Titel. Tiere aus dem Thüringer Wald, große Mineralien, kleine geschliffene Mineralien unter dem Mikroskop, Fossilien, Saurierskelette (ebenfalls aus Thüringen). Lebende Tiere: Axolotl, und Bartagamen (direkte Saurier-Nachfahren aus Australien, die sich in den 10 Minuten, die wir im Raum waren, kein Stück bewegt haben).


Darüber hinaus gibt es noch viele Maschinen, vor allem aus dem Buchdruck. Wir staunen nicht schlecht, was sich so alles erhalten und hier angesammelt hat.

M.: Thüringens Anteil an den Farben der mittelalterlichen Bibeln ist bescheiden, aber vorhanden. rechts das Geheimnis der Farben, anschaulich dargestellt

2.v.u.l.: "Salmischen": Kästchen aus polierten Mineralien-Platten, deren Name auf den Grafen von Salm zurückgeht. Wer früher gern gebastelt hat, dem ist klar, wie sich das Kästchen zusammensetzt ...

2.v.u.r.: Gediegen Schwefel, auch was Schönes ...

u.: auch hier gibt es eine (kleine) Wunderkammer. Mit echter Sägefisch-Säge, und echten Muschelschalen und Korallen, das war damals voll exotisch ...


Kuriosum:
Im Jahr 2007 wollte ein NPD-Funktionär der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt beitreten. Daraufhin bekam er eine Liste mit den Namen von 42 Feuerwehrleuten vorgelegt, die in diesem Fall austreten würden. Für diesen Akt von Zivilcourage wurde der Ort damals berühmt.


Wir fahren weiter, es geht noch höher die Berge raus, durch extra lange Tunnels unter dem Schneekopf, dann hinab ins Tiefland. Wir fahren durch Dörfer und Orte, die aussehen, als hätten sie alle Probleme und Turbulenzen der letzten Jahrhunderte einfach ausgesessen (was auch ein falscher Eindruck sein kann ...).


Vor einem der Häuser stehen 2 Handwerker, in Arbeitskleidung, mit je einer Flasche Bier in der Hand. Vollkommen unbewegt (wie Figuren).
Über das fast flache Land sehen wir die Türme von Schloss Friedenstein spitzen, wir sind fast da.
An einer Wand ist ein Gemälde angebracht („Mural“): Industriestandort seit … (Feuer, für Bronzezeit o.ä.). Thüringen und Industrie – das gehört zusammen, wie Thüringen und Wald, Bratwurst, Natur, …

 

GOTHA
Ist eine nette, kleine Stadt, mit freundlichen und entspannten Menschen. Gotha war jahrhundertelang Zentrum eines eigenen Herzogtums (Sachsen-Gotha-Altenburg).  

Geschickt taktierte es zwischen den großen Nachbarn, und blieb unbehelligt.


Schloss Friedenstein
10 EUR p.P., fotografieren 5 EUR extra.


Ab den 1640ern baute Ernst I. der Fromme ein riesiges Schloss, im Stil der Zeit: frühbarock. Für die Größe der Stadt wirkt es überdimensioniert. Der Grund ist: Ernst wollte alles unter einem Dach haben: Verwaltung, Wirtschaftsräume, Münze, Wohnräume.
Wie alle Adligen sammelten sie auch hier Kunst, das Gebäude ist der passende Rahmen dafür. Gebaut ist es in Fachwerk-Bauweise – ist somit lange nicht so solide, wie es von außen aussieht. Was bei diversen Instandhaltungen, durch Absenkungen & Co immer wieder zu Problemen führte.
Nach den üblichen Zimmern der üblichen Adligen, mit den üblichen Möbeln und Bildern, geht es in den opulent ausgestatteten Festsaal. Schräge Motive gibt es hier bereits genug zu entdecken.

Wunderkammer
Nennt sich „Kunstsammlung“. Das ausgestopfte Krokodil und die in Spiritus eingelegten Seepferdchen fehlen leider (wir waren 2007 schon mal hier). Die ganze Ausstellung wurde überarbeitet, sogar mit neuen Exponaten.
Die in Messing polierten Portraits sind aus jedem Winkel zu erahnen (damals, bei direktem Tageslicht, waren sie nicht zu sehen. Einen Schritt zur Seite waren sie wieder zu erkennen …). Aber immerhin: in Messing geschliffene Portraitbilder habe ich nirgendwo sonst gesehen …

Filigrane Elfenbeinschnitzereien, die vom Luftzug schon zusammenfallen würden. Nautilus-Pokale, aus geschnitzten und bemalten Schalen des Nautilus/Perlboots; mechanische Uhren, filigran geschnitzte Holzbilder, und vieles mehr. Die Sammelleidenschaft kannte keine Grenzen … 

o.: Elfenbein-Schnitzerein

2.v.o.: eines der Messingtafel-Portraits. Und daneben: aus einem anderen Winkel, kaum zu erkennen (bei Tageslicht etc. sieht man ggf. von frontal gar nix mehr; einen Schritt zur Seite ist das Bild wieder da ...

3.v.o.l.: ein Rhinozeros-Horn, vergoldet, als Kelch

daneben: ein Kelch in Hasenform. Der Kopf ist der Deckel - einfach abnehmen ...

daneben + 3.v.u.: Nautilus-Schalen ("Perlboote"), verziert

 

 


Wegen Baustelle gibt es derzeit einige Exponate nur im Gang und einem Kellerraum zu sehen. Es hört nicht auf:
- Ein halber Urmeter (von ca. 1793, am Pariser Original kalibriert, aber nur halb so lang). Ich wusste bislang nicht, dass es überhaupt Kopien gibt …
- Haarlockensammlung: die Lockenhaare sind einzeln in Papier eingepackt und beschriftet
- Der erste DDR-Fernseher (damals unbezahlbar)
- Der erste DDR-Computer von 1986 (bereits 1969 beschloss die Regierung den Eintritt in die PC-Entwicklung)
- Eine „Kugelbar“, in Bauhaus-Design, Ende der 1920er.
- Ein „Schnapshund“. Der Willkommenstrunk hat eine ganz lange Tradition. Die Gefäße hierfür wurden mit der Zeit fantasievoller. Und das Getränk kommt nicht immer dort raus, wo man es erwartet. Saukomisch.
- Ein Modell des Flugzeugs „Taube“, der Gothaer Waggonfabrik, die auch Flugzeuge baute. Unter anderem den Bomber „Gotha G IV“, der 1917 London bombardierte. Nachforschungen ergeben: Daraufhin hatte sich das das britische Könighaus umbenannnt: von „Coburg und Gotha“, in: „Windsor“. Kein Witz.
- Eine funktionstüchtige Glasharmonika (eine der letzten). Entwickelt u.a. von Benjamin Franklin. Glasschüsseln in verschiedenen Durchmessern rotieren, mit feuchten Fingern kann man Musik damit erzeugen. Nebenwirkung: der Klang ist nervendurchdringend, deshalb hatte sich das Instrument nie durchgesetzt …

 

Ekhof-Theater
Eines der ältesten Barocktheater, in den 1680ern errichtet, mit den original Bühnenmaschinen von damals – noch funktionstüchtig (!). Auch die Wind- und Donner-Maschine von damals müsste noch funktionieren.
Alles im Schloss, für das Amüsement des Adels. Die Schauspieler waren fest angestellt, fahrende Künstlertruppen waren ungern gesehen. Später durften auch zahlende Gäste zu den Aufführungen. Das Ende kam in den 1840ern, als ein Theater in der Stadt eröffnet wurde.
1775 entstand hier das erste Melodram (oder ein Vorläufer?), ein Theaterstück mit Musik, „Ariadne auf Naxos“.
Und Schauspielerin Friederike Caroline Neuber spielte 1745 hier. Sie schickte 1737 den Harlekin von der Bühne. Diese Figur des Komischen, teils dummen Spaßmachers, der auf archaische Quellen zurückgeht, passte nicht mehr in die Zeit der Aufklärung …


Kann da noch was kommen? Ja, allerdings.
Gegenüber, im Herzoglichen Palais Museum, geht’s weiter (das Ticket gilt auch hier).

Ostasiatika
Kästchen aus Japan, um 1880er, z.B. als Picknicktruhe („Bento-Box“).
ODER: Teekannen aus China (ab ca. 1700): Um die Kannen an den Geschmack der Käufer anzupassen, waren die Motive üppiger als normal, oder rustikal (mit Henkeln in Astform, großen Blättern als Deko, etc.). In China selbst hätte sie keiner gekauft, es war reine Exportware. Chinesische Ware in alle Welt – damals schon.


Nicht fehlen dürfen natürlich Gemälde:
2 echte Rubens, Lucas Cranach d.Ä., Holbein, Caspar David Friedrich, …
Daneben auch Werke unbekannter Künstler, mit unbekannten Models. Schönere Gesichter und bessere Bilder fast, als die der großen Meister …

o.l.: Lucas Cranach der Ältere "Christus und Maria", um 1516

o.r.: "Das Gothaer Liebespaar", unbekannter Meister, um 1480

2.v.o.l.: Gerrit Heda, "Stillleben mit Nautiluspokal", 1640er. Da isser wieder, der Nautilus-Pokal, diesmal im Einsatz. Als Artenschutz noch kein Thema war ...

2.v.o.r.: Jan Brueghel der Jüngere, "Allegorie des Planeten Merkur und seiner Planetenkinder", um 1670

M.l.: Holl. Meister, "Bildnis einer jungen Frau", 1638 - Meister und Modell sind unbekannt

M.r.: Aert von der Neer "Flusslandschaft im Mondlicht", 1643. Er hatte sich auf winterliche und nächtliche Landschaften spezialisiert, um seine Marktchancen dadurch zu erhöhen ...

2.v.u.: Lucas Cranach der Ältere "Verdammnis und Erlösung", 1529. Rechts ein Detail daraus (Vorsicht mit den Drogen!, sage ich da ...)

u.l. "Hl. Bischof und Hl. Andreas", um 1530, unbek. Meister (der Detailreichtum ist erstaunlich)

u.r. Adolf Senff, "Charlotte Laue vor der Veste Coburg", 1817. Der Meister studierte Theologie, widmete sich erst danach der Malerei ...

 


Unser Kuriosum:
Peter Paul Rubens:  St. Athanasius siegt über Arian
Die Arianer waren im 4. Jh. weit verbreitet, v.a. unter den Barbaren, die sich in Italien ansiedelten (Theoderich war selbst einer).
Kernpunkte: Jesus ist eine gottähnliche Figur, nicht gottgleich. Die Hl. Dreifaltigkeit kann somit nicht stimmen. Folglich kann der Papst keine göttlichen Vollmachten haben oder ein Stellvertreter sein, sondern ist nur eine Art weltlicher Regent …
Klar, dass die Päpste die Arianer stets auf dem Kieker hatten. Auf dem Ersten Konzil von Nicäa, 325 n.Chr., wurde ein Glaubensbekenntnis formuliert, das sich unmissverständlich zur Dreifaltigkeit bekennt. Somit war den Arianern die Legitimation entzogen. Arius wurde vom Konzil verbannt. Sein entschiedenster Widersacher war Athanasius. 
Dass das im 17. Jh. noch ein Thema hergibt, das überrascht mich.

NACHTRAG (Dez. 2019), Nachforschungen ergeben:

Sir Isaac Newton (der in diese Zeit fällt), seines Zeichens Univeralsgelehrter (die Berufe Physiker oder Genie gab es noch nicht), hatte sich unter anderem auch mit Theologie beschäftigt. Die Idee der Dreifaltigkeit konnte er nicht nachvollziehen, und stellte sie in Zweifel.

Daraus resultierte eine eigene Kirche, die bis heute existiert (in vielen verschiedenen Ausführungen), ohne Dreifaltigkeit, und in Einzelfällen sogar mehr wissenschaftlich denn religiös ausgerichtet: die Unitarier.

 


Die Holländer:
Malten gerne Landschaften. Das ist nichts Neues.
ABER: einzelne Maler spezialisierten sich auf Themen (z.B. „Flusslandschaften“, alternativ „Seeschlachten“), um sich zu „branden“ oder „labeln“, und: um ihre Verkaufschancen zu erhöhen. (Der Käufer weiß vorher schon, was er bekommt). Marketing, damals schon …

Noch mehr Kuriosa gefällig?
„Toteninsel“
Im Schlosspark ist ein See, mit einer Insel darin. Auf dieser Insel wurden im 19.Jh. Adlige begraben. Nach Mode der Zeit zeigte nur ein Strauß Blumen ihre Lage an. Eingeweihte konnten Farbe und Art der Blumen verstorbenen Personen zuordnen. Mit den Jahren verrotteten die Blumen, wurden nicht mehr erneuert, das Wissen ging verloren.
Heißt: hier liegen mehrere Adlige bestattet. Heute weiß keiner mehr, wer wo genau liegt, oder wie viele von ihnen.

l.u.: die "Toteninsel" (nicht begehbar)


Studnitz-Pyramide
Hofmarschall Studnitz liegt in einem Sarg, der in einer Pyramide steht, gegenüber des Schlossparks (im Garten seines Hauses). Pyramiden waren damals voll in (Klassizismus). Und: es ist das einzige nachantike Pyramidengrab (von 1770).
„Zufällig“ liegt ein aufgeschlagenes Notizbuch vor seinem Sarg. Aber hinter Gittern – der Inhalt bleibt geheim …


Dinner for One
Herzogin Sophie Karoline Amalie von Sachsen-Gotha-Altenburg feierte ihren 90. Geburtstag alleine im Winterpalais, mit ihrem Diener, der ihre bereits verstorbenen Freunde imitieren sollte.
Über adlige Verbindungen kam das Stück 1845 zu den englischen Verwandten, wo es in den 1930ern zufällig wiederentdeckt und auf die Bühne gebracht wurde.
Das jedenfalls behaupten 2 Gothaer Autoren. Beweisen lässt sich wohl keine der beiden Versionen …

Hört es jetzt endlich auf? Nein, 3 gehen noch:
- 1820 wurde hier die Gothaer Versicherung gegründet, die erste in Deutschland
- 1875 schlossen sich hier 3 Parteien zur sozialistischen Arbeiterpartei SAP zusammen, die sich 3 Jahre später in SPD umbenennen wird
- Eine der letzten Überland-Trambahnen fährt von hier nach Waltershausen und Tabarz im Thüringer Wald

Damit endet unsere Zeit leider schon, und der letzte schöne Tag des Jahres geht vorbei.
Wir wussten, dass es in Gotha Kurioses gibt. Doch diese Fülle, die hat uns dann doch überrascht.

 

Unter dichtem Wolkenhimmel fahren wir über den Thüringer Wald. Rein in die Wolke, an Oberhof vorbei (dem Skiort in Thüringen), und hinten wieder raus. Bei Schleusingen fahre ich wieder von der Autobahn ab, und rüber zum:

 


KLOSTER VEßRA
Im gleichnamigen Ort, bei Themar
Unser „Stopover“ für die Heimfahrt (1,5 h). 6 EUR p.P.

Um die Ruine des 1138 geweihten Prämonstratenser-Klosters gruppieren sich Bauernhäuser, inkl. Kapelle, Stall, usw. Die gesamte Anlage ist heute ein Freilichtmuseum. Viele der Häuser sind geöffnet und mit einer kleinen Ausstellung versehen. Charmante Fotomotive finden sich an jedem Eck.
Und eine Kirchenruine ohne Dach – die ist so richtig toll, wenn auch das Wetter so ist, wie in Irland oder Schottland (wo ganz viele davon herumstehen) … Und das Café genauso gemütlich.


Wir fahren die Berge weiter hinunter, der Regen lässt nach.
Ab ca. Forchheim/Erlangen ist die Autobahn wieder voller Autos – wir sind in einer dicht besiedelten Ecke … Wie gemütlich es doch in Thüringen dagegen war …
Regen und Kälte holen uns einen Tag später ein, die Wolken sind über die Berge gekrochen.

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Unterkommen:
FeWo schimu https://www.ferienwohnung-schimu.de/
Ganz klare Empfehlung
Sehr freundliche Vermieter, und an Ausrüstung ist alles da. Wirklich alles.
(Wasserkocher, Kaffeemaschine, Geschirr und Besteck, Kühlschrank, Flaschenöffner, Spülutensilien, Handtücher, Mülltrennung. Sogar Fön und Waschmaschine).
Wir können diese FeWo nur wärmstens empfehlen.
(sie ist nicht auf booking. com, aber das macht nix)

Essen und Getränke hatten wir beim Herkules (Edeka) gekauft, Harjesstr. 4.
Schöne Auswahl, viele regionale Produkte.

 

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Das Buch

Johann Gottfried Schnabel "Insel Felsenburg"

 

Im 18.Jh. eins der meistgelesenen Bücher, heute fast vergessen.

Eine Gruppe Gestrandeter bildet auf der Insel Felsenburg, irgendwo "im Südmeer", einen eigenen Staat - eine ideale Welt. Jeder kann sich, seinen Stärken entsprechend, einbringen, und wird wertgeschätzt. Diebstahl, Verleumdung, Missbrauch, Resignation etc. - gibt es deshalb nicht.

 

Viele der Protagonisten erzählen (ausführlich) ihre Lebensgeschichte.

Sie hat immer mit Unterdrückung, Missgunst, genusssüchtigen Mitmenschen, Ausschweifungen etc. zu tun.

Kurz gesagt: es ist eine Sozialkritik an den Zuständen zur Barockzeit.

Das hat auch maßgeblich zu seinem Erfolg beigetragen.

 

Erhältlich z.B. für den Kindle, in einer Überarbeitung.

Ich fand es überraschend unterhaltsam.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Insel_Felsenburg

 

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Und hier ist endlich der Song:
Schleimkeim „In Gotha gibts nen Laden“
https://www.youtube.com/watch?v=NPxyC82FlrU

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ANHANG

Gotha, Schloss Friedenstein

 

3.v.o.r.: Augen auf bei der Partnerwahl! Der europ. Adel des 17.Jh. (und bis ca. 1918) heiratete untereinander, um seine Macht zu erhalten. Viele Verbindungen waren inzestuös u.ä., was für den Genpool, und die Gesundheit der Kinder, wenig vorteilhaft bis schlecht ist. Der leicht irre Gesichtsausdruck des jungen Herren kann ein Resultat davon sein ...

 

M.l.: ein Bild, das mir gefällt. (Ohne Adlige, Abstammung, Drama, Thematik, etc.) Einfach nur Wolken ...

 

4.v.o.: die Stadt brennt. Jetzt erstmal einen Humpen genehmigen ...

 

3.v.u.: der Festsaal. Opulent ausgeschmückt.

r.: dieser Herr hat sich einen Löwen umgehängt. Ein ganzes Tier, inkl. Kopf ...

u.: vergüldete Granatäpfel & Co., als Deckenschmuck (Detail)

 

2.v.u.r.: die Decke der Erbprinzengemächer, Erstes Vorzimmer, in der heute die Wunderkammer (ein Teil) untergebracht ist. Die Decke ist flach. Das 2.v.u.r. zeigt also Illusionsmalerei.

Thematisch geht es hier um Liebe, Eifersucht und Gewalt - an der ganzen Decke (!).

- links: Thisbe stürzt sich in Pyramos Schwert

- rechts: Procris schenkt Cephalos den Wurfspieß

(Quelle: "Schlösserwelt Thüringen", Prospekt, Herbst/Winter 2019/20, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, S. 42+43)

 

Letztes Kuriosum:

 

2007 waren wir schon mal hier. Wir sind von Erfurt rüber (Opera Hostel, preisgünstige Übernachtung im Backpacker-Hostel), und hatten nach Eintritt "nur für die Wunderkammer" gefragt. Das gab es so nicht, aber die freundlichen Damen hatten uns ein entsprechendes Ticket geschnitzt (für 2,50 EUR p.P.), obwohl sie nicht genau wussten, bzw. ahnten, was "die Wunderkammer" sein soll. Das Ticket galt dann nur für ein paar Bereiche des Schlosses, die Angestellten vor Ort konnten das zuordnen ... Dafür bin ich bis heute dankbar.

Heute würde ich das nicht mehr machen. Und ganz ehrlich: "der Rest" ist nicht minder sehenswert.

 

2017 (= 10 years after) musste ich geschäftlich nach Gotha, ins Hotel Schlosspark, mit Blick auf das Schloss - bin aber aus dem Hotel nicht rausgekommen ...

Da hatte ich beschlossen, privat nochmals hinzufahren. (UND: inklusive meiner Frau)

 

Das Ticket von 2007. Nur gültig für bestimmte Bereiche im Nordflügel (somit günstiger für uns).

Heute sieht das Ticket ein wenig anders aus ... :-)

 

 

 

Immerhin wurde die A*d von 75% der Thüringer nicht gewählt ...

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